
30 Jahre nach der Diagnose Knochenkrebs wurde bei mir Brustkrebs entdeckt.
«Man kann gegen Wellen ankämpfen oder sich von ihnen in die Zukunft tragen lassen». Dies ist ein Motto, das ich – bereits seit ich 17 Jahre alt bin – verinnerlicht habe und nach dem ich lebe. Für mich bedeutet dies, dort Kraft aufzuwenden, wo es Positives bewirkt, wo es mir gut tut. Sich tragen lassen, dort wo ich nichts bewirken kann, wo ich akzeptieren muss, was ist, wo ich aushalten muss, weil es so ist wie es ist.
Mit 17 Jahre hatte ich ein Knochensarkom (Knochenkrebs) und musste mein linkes Bein amputieren. Ich erhielt eine Beinprothese und lernte neu gehen und damit leben. Ich bin meinen Lebensweg gegangen und habe mich stetig weitergebildet. Von der kaufmännischen Angestellten zum Geschäftsleitungsmitglied in einem KMU, zuständig für Finanzen und Personal. Darauf bin ich stolz: Trotz Behinderung in der Arbeitswelt Fuss gefasst zu haben.
Ich lernte meinen Mann im Leistungsschwimmen kennen (auch Oberschenkel-amputiert, auch Knochensarkom). Wir bereisten die Welt und genossen das Leben. Dann erkrankte mein Mann an Herzinsuffiziens (Spätfolge von Chemotherapie). Zehn Jahre später begleitete ich ihn mit Hilfe von palliativ Spitex zu Hause in den Tod. Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt, so dass ich den Sterbebegleitungskurs vom Roten Kreuz besucht habe und mich zur Resilienztrainerin (CAS PH Zug) weitergebildet habe.
Wieso gelingt es Menschen trotz Krisen, so positiv durchs Leben zu gehen, und andere hadern mit dem Schicksal? 2023, 30 Jahre nach meiner ersten Krebserkrankung, erhielt ich wieder eine Krebsdiagnose und zwar Brustkrebs, wurde operiert und bestrahlt. Ich habe mich entschieden, beide Brüste zu amputieren und einen Brustaufbau machen zu lassen. Der Aufbau missglückte und meine Therapien verlängern sich dadurch.
Meine Definition von Frausein bezieht sich nicht nur auf Äusserlichkeiten, sondern «Frausein» beginnt im Kopf und im Herzen. Wo mich all die Schicksalsschläge hinführen, weiss ich nicht. Ich lasse mich tragen und zwischendurch schwimme ich kräftig voraus.
« Wie mache ich das? Wie machst du das? Gerne tausche ich mich mit dir darüber aus, was meine Ressourcen sind, was mich stärkt – gemeinsam bereichern wir uns, ermuntere ich dich auf der Welle zu reiten. »
– Barbara
Betroffene & Angehörige
Weiblich, 1975
Wohnhaft im Kanton Bern
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